Freitag, 20. November 2009

James....

...sagt danke für all die lieben Glückwünsche zum Geburtstag.



Bei Kaffee und Kuchen haben wir mit der lieben Familie die große "1" gefeiert.


Vor einem Jahr am 20.11.2008


Eigentlich wollten wir gerade frühstücken (mein Mann hatte frei), als ich das Gefühl hatte Fruchtwasser zu verlieren. Ich meinte zu meinem Mann, lass uns mal lieber ins Krankenhaus fahren. Schließlich war ich erst in der 36.SSW (35+2) und der kleine Mann sollte doch wenigstens noch 2 Wochen durchhalten.
Um 10:15 fuhren wir los. Angekommen am Krankenhaus stieg ich aus dem Auto und es machte "platsch". Meine Fruchtblase war geplatzt. Im Kreißsaal angekommen begannen nach wenigen Minuten die ersten noch leichten Wehen. Doch wurden die Wehen nach kurzer Zeit schon stärker. Ehe ich mich versah begannen auch schon die Presswehen und plötzlich war er da: James Milo, geboren um 12:53 Uhr nach nur 2 Stunden.
Ich schaute meinen Mann an und sagte nur: Er ist da, er ist wirklich da. Die Hebamme legte ihn mir in die Arme. Ich war verzaubert. So klein und doch so perfekt.
Da er zu früh geboren ist, wurde er aus Vorsorge auf die Frühchenintensiv verlegt. Als die Schwester in mitnahm sagte ich zu meinem Mann er soll mitgehen. Dann lag ich da. Allein im Kreißsaal. Noch benommen von der schnellen Geburt. So langsam realisierte ich, was gerade passiert war. Mittlerweile war es Nachmittag und mein Mann war noch nicht wieder bei mir. So langsam machte ich mir Sorgen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist.
Nach gefühlten 100 Stunden kam mein Mann zusammen mit der Kinderärztin. Mein Mann hatte Tränen in den Augen und ich dachte das Schlimmste. Ich fragte was denn los ist. Was mit meinem Sohn ist. Ich befürchtete das Schlimmste. Die Kinderärztin setzte sich neben mich und nahm meine Hand. Mein Mann setzte sich auf die andere Seite zu mir.

"Mit ihrem Sohn ist alles in Ordung. Es geht ihm gut. Ich bin mitgekommen, weil ihr Mann mich gebeten hat, weil er es ihnen nicht sagen kann. Wir haben Verdacht auf Trisomie 21 bei ihrem Sohn."

Schock. Das kann nicht sein. Ich schaute zu meinem Mann. Er weinte. Ich wollte nur noch zu meinem Sohn. Mein Sohn der in diesem Moment allein in einem Wärmebett auf der Frühchenintensiv lag. Mein Mann brachte mich zu ihm und fuhr los um unsere Große aus der KITA abzuholen.

Ich setzte mich neben dass Bettchen und starrte meinen Sohn an. Eine Schwester kam und ich fragte ob ich ihn auf den Arm nehmen darf. Sie legte ihn mir in die Arme. Ich schaute ihn an und hatte nur einen Gedanken: Das kann nicht sein. Das ist nicht wahr. Nicht mein Kind. Das passiert anderen aber nicht mir. Warum?

Später wurde ich auf ein 3-Bettzimmer der Wöchnerinnen Station gebracht. Mein Mann kam am Abend mit unserer Tochter und wir stellten ihr ihren Bruder vor. Sie freute sich so sehr. Als beide nach Hause fuhren ging ich auf mein Zimmer.
Ich fühlte mich so leer und erschöpft. Ich versuchte zu schlafen doch fragte ich mich immer nur Warum?Und dann weinte ich. Ich weinte die ganze Nacht. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Nadine

Kommentare:

  1. Eine herzliche Umarmung in diese schweren Erinnerungen schicke ich dir und hoffe, ihr konntet den Tag, jetzt ein Jahr später, geniessen. Das Geburtstagskind sieht jedenfalls glücklich aus! Alles Gute!

    Gabriela

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  2. @Gabriela:
    Vielen Dank. Die Umarmung tut gut.

    Wir konnten den ersten Geburtstag genießen auch wenn mich die Erinnerungen einholten. Doch das Lachen von James macht es alles leichter.

    Nadine

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  3. Lieber James,
    ich wünsche dir alles Liebe und Gute zu deinem 1. Geburtstag!!!

    Liebe Nadine,
    wie sehr kann ich dich verstehen. Auch ich bin mir noch nicht sicher, wie ich den 2. Januar verbringen möchte... Es sind einfach so viele Gefühle mit diesem Tag verbunden. ich umarme dich und werde heute an euch denken. Ich wünsche euch einen Tag, der euch als Familie gut tut: James wird sicher einen wunderschönen tag haben: mit den Menschen die ihn so sehr lieben!!!

    LG,
    Sabine

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  4. Lieber James, alles Gute nachträglich auch von uns!!!

    Liebe Nadine,
    auch ich möchte dich umarmen, denn ich kann sehr gut verstehen, dass mit diesem Tag sehr viele verschiedene Gefühle verbunden sind...
    Ich habe auch schon ein wenig Angst, vor dem 2.1.2010.....

    LG,
    Sabine

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  5. Liebe Nadine,

    es freut mich, dass ihr einen schönen Tag hattet, auch wenn er mit vielen traurigen und schmerzlichen Erinnerungen verbunden ist. Was mir in der Rückschau, aber auch schon damals für uns und vor allem für Paul so weh tat, ist, dass mit dem Moment der Diagnose diese unbändige Freunde über das neugeborene Kind erstmal weg war. Soviel Tränen, Kummer und Sorgen. Und doch waren da die kleinen Würmchen, die nichts von diesem Schmerz wussten und merkten. Vermutlich ging es vielen von uns so. Umso schöner ist das Lachen der Kleinen, so wie James, der so glücklich auf dem Foto aussieht.

    liebe Grüße und bis Montag :-)

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